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Der St.Galler Unternehmensarchitekturansatz

Die Gesamtheit von Geschäfts- und IT-Strukturen wird unter dem Begriff "Unternehmensarchitektur" zusammengefasst. Die modellhafte Erfassung dieser Strukturen und ihrer Beziehungen untereinander erfolgt in einem Unternehmensarchitekturmodell. Das Business Engineering Framework dient hier als Strukturierungshilfe für die Unternehmensarchitektur: es unterscheidet die Teilarchitekturen Geschäftsarchitektur, Prozessarchitektur (oder Organisationsarchitektur), Alignmentarchitektur, Softwarearchitektur und Infrastrukturarchitektur.

The EA Playing Field
The EA Playing Field
A Holistic Perspective on the Playing Field
A Holistic Perspective on the Playing Field

 

Der Nutzen einer ganzheitlichen Perspektive

EA strebt einen ganzheitlichen Blick über das Spielfeld in den drei dargestellten Dimensionen an. Die Betrachtung der ersten beiden Dimensionen (horizontal - Überblick über alle Elemente eines Typs, und vertikal - Überblick über die verschiedenen Ebenen) erlaubt insbesondere die Identifikation von potentiellen Synergien durch Aufdecken von Redundanzen, Diskrepanzen und Inkonsistenzen in der EA. Der Einbezug der dritten Dimension (Zeit) erlaubt die architekturielle Koordination von Transformationen und die Realisierung von Synergien mit Hilfe von EA Plänen, Prinzipien und Governance-Mechanismen.


 
 
EA Grundprinzipien

Der St. Galler Ansatz zur Unternehmensarchitektur orientiert sich an folgenden Grundprinzipien:

  • Breite:
    Der Grundidee des Business Engineering Framework folgend muss die Unternehmensarchitektur sämtliche, sowohl fachliche als auch IT-Strukturen umfassen. Somit umspannt die Unternehmensarchitektur möglichst alle Business Engineering-Ebenen.
  • Tiefe:
    Die Abbildung sämtlicher fachlicher und IT-Strukturen kann zu hochdetaillierten und komplexen Modellen führen. Um die Handhabbarkeit und Pflege der Unternehmensarchitekturmodelle zu gewährleisten, sollten keine Detailstrukturen abgebildet werden. Als Faustregel gilt, dass die Definition von Beziehungen zwischen den Ebenen möglich sein sollte. Detaillierte Informationen sollten in – meist bereits in anderen Kontexten geschaffenen und betriebenen – Repositories erfasst werden.
  • Fokus auf Abhängigkeiten:
    Im Zentrum von Unternehmensarchitektur stehen Fragen zu Abhängigkeiten und Querbeziehungen innerhalb und zwischen den verschiedenen Ebenen. Oft kann sie niemand beantworten, da sehr unterschiedliche Bereiche betroffen sind.
  • Stakeholder-Orientierung:
    Die Unternehmensarchitektur muss die sich möglicherweise widersprechenden Anforderungen und Concerns einer grossen und heterogenen Gruppe von Stakeholdern adressieren. Daher sollte sich die Gestaltung der Unternehmensarchitektur an den Stakeholder-Concerns orientieren.

Zur Umsetzung der Modellierung, Analyse und Gestaltung von Unernehmensarchitekturen wurde am CC IF das Tool ADOben® entwickelt. Informationen zu unserem Tool finden Sie hier: Opens external link in new windowben.iwi.unisg.ch

Einsatzszenarien

Unternehmensarchitekturen können für verschiedene Anwendungsbereiche genutzt werden. Von diesen sogenannten Einsatzszenarien hängen auch jeweils der Umfang sowie die Granularität der Unternehmensarchitekturmodelle ab. Mögliche Einsatzszenarien für Unternehmensarchitektur sind beispielsweise:

  • Compliance Management
  • IT-Governance
  • Prozessoptimierung
  • IT-Infrastrukturkonsolidierung
  • IT/Business Alignment
  • SOA-Einführung
  • Projektportfoliomanagement
  • Produktmanagement
  • Business Continuity Management
  • Sicherheitsmanagement
  • Post-Merger-Integration
  • Standardsoftwareeinführung
  • Sourcing-Management
  • Produktplanung
  • Technology Risk Management
  • Qualitätsmanagement
  • Innovation Management
  • Application Portfolio Management

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Analyse der Unternehmensarchitektur

Um die genannten Einsatzszenarien der Unternehmensarchitektur adressieren zu können, müssen die Inhalte, die in Unternehmensarchitekturmodellen erfasst sind, entsprechend aufbereitet und ausgewertet werden. Folgende Analysen sind möglich:

  • Abhängigkeitsanalysen beantworten Fragestellungen nach den Zusammenhängen zwischen verschiedenen Elementen der Unternehmensarchitektur.
  • Abdeckungsanalysen untersuchen, wie hoch der Grad der Abdeckung durch IT für Geschäftsprozesse, Produkte oder Organisationseinheiten ist.
  • Schnittstellenanalysen decken auf, ob die Schnittstellen zwischen Applikationen oder Systemen den fachlichen Einsatzbereichen bei Produkten und Geschäftsprozessen entsprechen. Beispielsweise sollten ähnliche Produkte von denselben Systemkomponenten unterstützt werden.
  • Heterogenitätsanalysen dienen dazu, die Anzahl unterschiedlicher Entwicklungsprozesse, Systemkomponenten oder eingesetzten Technologien aufzudecken.
  • Komplexitätsanalysen geben Hinweise auf die allgemeine Komplexität von (Teil-)-Architekturen.
  • Konformitätsanalysen können eingesetzt werden, um festzustellen, ob und wie stark geltende Standards oder Richtlinien befolgt werden.
  • Kosten- und Nutzenanalysen identifizieren Produktions-, Wartungs- und Betriebskosten sowie den Nutzenbeitrag zu den Unternehmenszielen.

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Unternehmensarchitekturmanagement

Die Pflege und Weiterentwicklung sowie die situationsabhängige Durchsetzung der Unternehmensarchitektur gegenüber den Stakeholdern sind die zentralen Aufgabenfelder des Unternehmensarchitekturmanagements. Dazu ist es notwendig, die Ziele sowie die Dienstleistungs- oder Produktfunktion von Unternehmensarchitektur zu definieren sowie das Unternehmensarchitekturmanagement organisatorisch zu verankern. Im Hinblick auf die Ablauforganisation umfasst Unternehmensarchitekturmanagement die Prozesse, die für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung und Pflege der Unternehmensarchitektur notwendig sind und berücksichtigt dabei die jeweiligen Anforderungen der Stakeholder. Bezüglich der Aufbauorganisation und der personellen Verankerung sind Kommunikation, der Aufbau von Kompetenzen sowie das Aufstellen und Verbreiten von Architekturrichtlinien und -standards Kernaufgaben des Unternehmensarchitekturmanagements.

Ziele

EA Ziele

Mit dem Einsatz von Unternehmensarchitekturmanagement können verschiedene Ziele verfolgt werden. Die im Folgenden genannten Ziele bauen dabei aufeinander auf:

  • Transparenz:
    Transparenz schafft die Grundlage für weitere Ziele. Erreicht werden soll beispielsweise die Messbarkeit von Nicht-Alignment, von fehlender Abdeckung fachlicher Bedarfe, nicht benötigter IT-Funktionalitäten.
  • Vereinfachung:
    Durch die Schaffung feingranularer, wiederverwendbarer Funktionalitätsbündel kann beispielsweise die Mehrfachverwendung von Funktionalitäten realisiert werden.
  • Flexibilität:
    Bessere Anpassbarkeit an heute schon spezifizierbare Anpassungsbedarfe
  • Agilität und Innovation:
    Gute Vorbereitung auf zukünftige, noch nicht spezifizierbare Änderungsbedarfe

Produkte

EA Produkte

Die folgende, beispielhafte Liste zeigt, welche Produkte bzw. Dienstleistungen Unternehmensarchitektur unternehmensintern anbieten kann. Die Identifikation der Produkte ist ausschlaggebend für die Akzeptanz sowie eine "gelebte" Unternehmensarchitektur.

Kernprodukte

  • Transparenz: Ein Bild vom grossen Ganzen.
  • Konsistenz und Konsolidierung herstellen: Welche Quickwins für Konsolidierung und Kostensenkung gibt es?
  • Konsistenz und Konsolidierung sichern: Überblick über wichtige Projekte und Abstimmung, durch Prinzipien/Richtlinien/ Standards und Vorstrukturierung, durch Domänen-/Capabilitymodelle
  • Umsetzung von Architekturrichtlinien begleiten: Durch aktive Mitarbeit der Architekten in den Projekten.
  • Kompetenz beweisen: Geschätzter Ansprechpartner für Entscheidungen sein

Anspruchsvollere Produkte

  • Laufende und proaktive Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten
  • Bereitstellung von verbindlichen UA-Roadmaps
  • Festschreibung einer gelebten UA-Governance

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